Gangschaltung am Fahrrad richtig einstellen

Gangschaltung am Fahrrad richtig einstellen

Eine Gangschaltung am Fahrrad macht das Radfahren deutlich angenehmer. Mit Hilfe eines Schalthebels lassen sich individuelle Gänge einstellen. Dadurch reduziert sich bei einem Anstieg der Aufwand beim Treten. Bei einer Abfahrt erhöht die Geschwindigkeit sich dagegen deutlich.

Wozu ist eine Gangschaltung nützlich?

Mit einer Gangschaltung lassen sich am Rad individuelle Einstellungen vornehmen, die Einfluss auf die Kadenz haben. Damit ist die Trittfrequenz gemeint, mit der ein Fahrradfahrer in die Pedale tritt. Der Aufwand zum Treten ist abhängig von verschiedenen Faktoren, zum Beispiel vom Wetter, der Kondition oder der gefahrenen Strecke. Die ideale Frequenz beim Treten liegt zwischen 60 bis 90 Drehungen pro Minute. Im Zweifel sollte das Treten ohne Widerstand erfolgen, da sonst zu viel Kraft nötig ist. Auf Dauer belastet dieser Aufwand vor allem die Gelenke im Knie und am Fuß. Die Wahl des richtigen Übersetzungsverhältnisses wirkt sich also auf die Gesundheit aus.

Mit einem Schalthebel am Lenker suchen wir uns meist den Gang aus, in dem wir bequem über einen längeren Zeitraum in die Pedale treten können. Je höher der Gang eingestellt ist, desto größer wird der Kraftaufwand zum Treten. Diese Einstellung eignet sich sehr gut bei Abfahrten oder ebenen Wegen, um Geschwindigkeit aufzunehmen. Bei einem niedrigen Gang lässt sich die Pedale dagegen eher sehr leicht treten. Allerdings ist dabei die Frequenz der Umdrehungen wesentlich intensiver. Bei der Bewältigung eines Hügels oder Anstieges bewährt sich diese Einstellung dann.

Die meisten Fahrräder haben Schaltungen mit mehreren Gängen. So können Fahrradfahrer flexibel ihre individuelle Trittfrequenz einstellen. Die Bedienung erfolgt über einen Schalthebel am Lenker, von denen es meist zwei Stück gibt. Damit wird einmal der Umwerfer an den großen Kettenblättern vorn eingestellt, während der andere Schalthebel die Kette über die Ritzel am Hinterrad bewegt. Die einzelnen Komponenten einer Gangschaltung, der Umwerfer und das Schaltwerk, sind über einen Bowdenzug mit dem Schalthebel verbunden. Alternativ erfolgt die Steuerung bei manchen Rädern auch über einen Drehgriff, bei dem der Fahrer die Schaltung aktiv betätigt.

Mittlerweile sind Gangschaltungen an modernen Fahrrädern nicht mehr weg zu denken. Einige Modelle, etwa BMX-Räder oder Kinderfahrräder, haben allerdings keine Schaltung.

Wie funktioniert die Gangschaltung?

Eine Schaltung beim Fahrrad besteht aus zwei wichtigen Komponenten, nämlich dem Schaltwerk und dem Umwerfer. Der Umwerfer ist die vordere Schaltvorrichtung an der Tretkurbel. Er führt die durchlaufende Kette und schiebt sie auf das gewünschte Kettenblatt. Meist befinden sich vorn zwei oder drei größere Kettenblätter. Das Schaltwerk ist dagegen etwas komplexer aufgebaut. Es befindet sich seitlich am Hinterrad und verfügt über einen Mechanismus, der beim Schalten die Kette auf die einzelnen Ritzel hebt.

Gangschaltung einstellen leicht gemacht

Wer oft mit dem Rad auf Achse ist, wird irgendwann feststellen, dass die Schaltung nicht mehr problemlos funktioniert. Dann ist guter Rat nicht teuer, denn im Prinzip lässt sich eine Kettenschaltung sehr einfach einstellen. Schwieriger wird es eher bei einer Nabenschaltung. Wir haben diese beiden Schaltungen in einem anderen Artikel genauer betrachtet und miteinander verglichen. Im nächsten Abschnitt wollen wir zeigen, wie jeder Fahrradfahrer bei Bedarf seine Gangschaltung einstellen kann.

Die Schaltung ist ein sensibles Element am Rad, das permanent in Betrieb ist. Ohne Pflege und Wartung bleibt der Verschleiß nicht aus. Auch Schmutz oder äußere Erschütterungen können dazu führen, dass die Gangschaltung irgendwann nicht mehr richtig rund läuft. Bevor die Gangschaltung eingestellt wird, ist eine erste Sichtprüfung ratsam. Denn wenn Schaltwerk oder Ritzel äußerlich beschädigt oder verbogen sind, müssen diese defekten Bestandteile ausgetauscht werden.

Die Sichtprüfung beinhaltet den Blick von hinten auf das Schaltwerk. Die beiden Führungselemente der Kette sollten exakt untereinander angeordnet sein. Ist dies nicht der Fall, bringt es nicht viel, das Schaltwerk mit der Hand wieder gerade zu biegen. Es besteht die Gefahr, dass einzelne Teile beschädigt werden. Besser sind eine komplette Demontage und eine Reparatur mit speziellem Werkzeug, das in Werkstätten oder im Fachhandel erhältlich ist.

Vier Schrauben zum Einstellen

Zwei Begrenzungsschrauben grenzen den Bewegungsspielraum eines Schaltwerkes ein. Dabei handelt es sich um die Schraube L für das große Ritzel und die Schraube H für das kleinste Ritzel. Wenn die Kette beim Fahren ohne Schalten immer über die einzelnen Ritzel springt, helfen die Schrauben bei der Einstellung der Gangschaltung. Beim Lösen der Schraube erweitert sich die Bewegung, beim Festziehen wird der Spielraum eingeschränkt. Normalerweise werden diese Begrenzungsschrauben einmal eingestellt.

Gibt es trotzdem Probleme beim Schalten, liegt das meist an einem verbogenen Schaltwerk. Die Justierung der Schrauben dient daher eher als Notreparatur, aber nicht als Dauermaßnahme. Beim Drehen der Schrauben ist eine halbe oder ganze Umdrehung unproblematisch. Vorsicht ist nur geboten beim größten Ritzel, denn bei zu viel Spielraum fällt die Kette zwischen Ritzel und Speichen. Das sollte allerdings nicht passieren.

Zusätzlich gibt es noch eine Zugeinstellschraube am Schaltwerk, die am häufigsten genutzt wird, um die Gangschaltung richtig einzustellen. Damit lässt sich die Länge des Zugseiles an das Raster des Schalthebels anpassen, damit die Anzeige am Schalthebel mit dem Wechsel der Kette harmoniert.

Mit der vierten Schraube kann die Winkeleinstellung der Gelenke angepasst werden, damit die Kette nicht durchhängt. Mit dem Drehen dieser Schraube wird die Spannung korrigiert, so dass die Leitrolle nicht mit anderen Bauteilen wie den Ritzeln in Berührung kommt.

Shimano als Weltmarktführer

Auf dem Markt gibt es unzählige Angebote von verschiedenen Herstellern. Shimano hat sich bei der Produktion von Schaltungen einen Namen gemacht. Die japanische Firma ist der wohl bekannteste Anbieter in allen Preiskategorien. Vor allem für Mountainbikes und Rennräder bietet Shimano einfache und professionelle Schaltsysteme an.

Menü schließen