Beim Radfahren stellen die Reifen die einzige Verbindung zwischen Fahrrad und Straße dar. Neben dem Reifenprofil hat auch der Reifendruck enorme Auswirkungen auf das Fahrverhalten. Der Artikel beleuchtet, welche Faktoren für den richtigen Reifendruck beim Fahrrad wichtig sind.

So kommt die Luft in den Fahrradreifen

Um ein angenehmes Fahrgefühl zu genießen, muss der Fahrradreifen die Luft aufnehmen und halten können. Ein Druckverlust mindert die Fahreigenschaft und richtet auch Schaden am Laufrad an. Die Luft gelangt über Fahrradventile in den Reifen. Es gibt drei verschiedene Arten von Ventilen:

  • Dunlop-Ventil als klassisches Fahrradventil
  • Schrader-Ventil beziehungsweise Autoventil
  • Sclaverand-Ventil als französisches Ventil

Abhängig davon, welches Ventil im Laufrad verbaut ist, wird eine geeignete Fahrradpumpe oder ein Adapter für das Ventil benötigt.

Regelmäßig Reifendruck prüfen

Viele Fahrradfahrer gehen eher nachlässig damit um, regelmäßig den Reifendruck zu kontrollieren. Zum Beginn der Radsaison pumpen die meisten Biker die Reifen auf und fahren dann solange, bis das Gefühl entsteht, dass der Fahrkomfort nicht stimmt.

Besonders bei Radfahrern, die häufiger auf dem Fahrrad sitzen, ist die Kontrolle und Regulation des Reifendrucks von enormer Bedeutung. Autofahrer können dazu schon auf Sensoren zurückgreifen, die per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden sind und Alarm bei Problemen schlagen. Radfahrer verlassen sich dagegen auf ihr Auge oder einen Druckmesser.

Welche Option für die Überprüfung des Reifendrucks richtig ist, hängt von der jeweiligen Fahrsituation ab. Wer häufig mit dem Bike unterwegs ist, sollte neben der optischen Prüfung auch eine technische Kontrolle nutzen. Als Referenz für den richtigen Reifendruck dienen die Angaben der Hersteller.

Radfahrer können mit einfachen Möglichkeiten den Reifendruck prüfen.

  • Beim Aufsteigen auf das Fahrrad muss der Reifen leicht nachgeben.
  • Festigkeit und Verschluss der Ventilkappen prüfen
  • Es ist kein Zischen durch austretende Abluft zu hören.
  • Die Anzeige des Druckmessers zeigt einen empfohlenen Wert für den Reifendruck an.

Optimaler Reifendruck als komplexe Unmöglichkeit

Im alltäglichen Gebrauch des Fahrrades ist es nahezu unmöglich, einen optimalen Luftdruck im Reifen zu definieren, weil folgende Faktoren darauf Einfluss nehmen.

  • Gewicht des Fahrers
  • Reifenbreite
  • Fahrweise
  • Bodenbeschaffenheit
  • Witterung

Der richtige Luftdruck ist deshalb immer ein Herantasten an das eigene Fahrgefühl. Doch woran merkt ein Radfahrer, ob der Reifendruck optimal, zu niedrig oder zu hoch ist? Gibt es darüber hinaus auch Vor- und Nachteile?

Luftdruck ist zu hoch

  • Unebenheiten übertragen sich über die Federung auf den Fahrer
  • „hartes Fahren“
  • geringer Rollwiderstand auf asphaltierten Fahrbahnen
  • Hoppeln auf unebenen Straßen und Phasen ohne Bodenkontakt

Luftdruck ist zu niedrig

  • Unebenheiten schlagen bis zur Felge durch
  • geringe Fahrstabilität
  • Reifen kann von Felge springen
  • hoher Rollwiderstand auf Asphalt
  • niedriger Rollwiderstand im Gelände

optimaler Luftdruck

  • effektiver Rollwiderstand
  • Minderung von Gefahren
  • sanfter Ausgleich von Unebenheiten
  • ständiger Fahrbahnkontakt der Reifen

Optimaler Reifendruck beim Mountainbike und Rennrad

Ausgehend von den bisherigen Betrachtungen gibt es Fahrradmodelle mit besonderen Merkmalen, die sich auch auf den Reifendruck auswirken. Grundsätzlich üben Mountainbiker und Rennradfahrer dasselbe Hobby aus. Doch in der Art und Weise bewegen sie sich auf unterschiedlichem Terrain. Dadurch kommen sich beide Fanlager nicht in die Quere. Die verschiedenen Philosophien dieser Radsportler definieren sich nicht nur in der Wahl des Geländes, sondern auch in der Hardware und ihren Anforderungen.

Der richtige Reifendruck unterscheidet sich bei Mountainbikes fundamental von denen der üblichen Fahrräder. Ein voll aufgepumpter Reifen ist nur in den seltensten Fällen zu finden. Grund ist der grobe Untergrund, auf dem MTB-Fahrer häufig unterwegs sind. Zu viel Druck auf dem Reifen sorgt für geringe Fahrstabilität, weil der Grip durch die harten Reifen im Gelände verloren geht. Jede Erschütterung wirkt bis in die Lenkstange und verringert damit den Fahrkomfort.

Zu wenig Druck im Reifen ist jedoch auch nicht gut, denn Wurzeln oder Steine, die häufiger im Terrain der Mountainbike-Fahrer zu finden sind, machen dem robusten Reifen dann zu schaffen.  Zudem kommt es zu Durchschlägen bis auf die Felge.

Rennradfahrer müssen sich über die Beschaffung ihrer Fahrtstrecke ebenso im Klaren sein. Auf einer ebenen und gut asphaltierten Strecke bringt ein hoher Reifendruck deutliche Vorteile. Der Rollwiderstand ist minimal, so dass mit einer hohen Geschwindigkeit gefahren werden kann. Bei gröberen Fahrbahnen ist es empfehlenswert, die Luft im Reifen etwas abzulassen. Dadurch wird ein gut gedämpftes und sauberes Abrollen des Laufrades sowie ein angenehmes Fahrgefühl gewährleistet.

Tipps zum Schluss

Zusammenfassend gibt es drei wichtige Dinge, die Radfahrer vor dem Start ihrer Tour für den optimalen Reifendruck prüfen sollten.

  • Informiert euch vorab über die Beschaffenheit der Strecke.
  • Berücksichtigt die Anforderungen der Laufräder.
  • Achtet auf euer Gewicht und schätzt eure Fahrkünste realistisch ein.

Wir wünschen allzeit gute Fahrt.

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