Der Oder-Neiße-Radweg führt entlang der Grenze zwischen Polen und Deutschland. Die Strecke beläuft sich auf etwa 630 Kilometer von Tschechien bis zur Ostsee. Wir stellen den Radweg und seine Etappen vor.

Wie lang ist der Oder-Neiße-Radweg?

Der Radweg entlang der Oder und Neiße ist der östlichste Fernradweg in Deutschland. Die beiden Flüsse geben dem Radweg seinen Namen. Seine Streckenlänge beträgt ungefähr 630 Kilometer. Die Route von Tschechien bis an die Ostsee lässt sich in zwölf Etappen aufteilen. Sie nimmt auf den meisten Abschnitten den Verlauf der Grenze zwischen Polen und Deutschland. Der Radweg ist mit einem dreieckigen Symbol sowie als D-Route 12 ausgeschildert. Nutzt du für deine Tour auf dem Oder-Neiße-Radweg eine Radwanderkarte, findest du ihn darin als Radfernweg D12.

Die Länge der Strecke eignet sich für eine ausgedehnte Radreise. Plane für eine Tour mindestens sechs Tage ein. Diese Dauer ist für Fahrradfahrer mit einem hohen Fitness-Level geeignet. Wesentlich entspannter verläuft die Fahrt, wenn du die Strecke in zwölf Etappen zurücklegst.

Oder-Neiße-Radweg in zwölf Etappen fahren

Die zwölf Teilstrecken auf dem Radweg Oder-Neiße stellen wir dir jetzt einzeln vor. Grundsätzlich ist es möglich, jeden Abschnitt einzeln zu befahren. Du kannst den Startpunkt oder das Ziel aber auch individuell auswählen. Der Oder-Neiße-Radweg beginnt im tschechischen Nova Ves und endet im Seebad Ahlbeck auf Usedom in Mecklenburg-Vorpommern.

Liste der Etappen auf dem Oder-Neiße-Radweg (D-Route 12)

  1. Nová Ves nad Nisou nach Zittau
  2. Zittau nach Görlitz
  3. Görlitz nach Bad Muskau
  4. Bad Muskau bis Guben
  5. Guben nach Frankfurt (Oder)
  6. Frankfurt (Oder) nach Küstrin-Kietz
  7. Küstrin-Kietz nach Hohenwutzen
  8. Hohenwutzen nach Schwedt/Oder
  9. Schwedt/Oder nach Penkun
  10. Penkun nach Blankensee
  11. Blankensee nach Ueckermünde
  12. Ueckermünde nach Ahlbeck

Etappe 1: Nová Ves nad Nisou nach Zittau

  • Orte: Pramen Nisy – Jablonec nad Nisou – Liberec – Hrad Hamrštejn – Chrastava – Hrad Grabštejn – Hradek nad Nisou – Hartau – Zittau
  • Länge: 58 Kilometer
  • Fahrtzeit: fünf Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: schwer

Der Fernradweg startet an der Neiße-Quelle in Tschechien. Die gesamte Etappe verläuft auf dem Boden der Tschechischen Republik. Im Zittauer Ortsteil Hartau passierst du die Grenze nach Deutschland. Der erste Teilabschnitt bietet mit steilen Anstiegen und Talfahrten über durchgängig asphaltierte Straßen ein Programm mit Abwechslung. Du radelst durch kleinere Orte, größere Städte und Wälder. Diese Etappe ist aufgrund der Anstiege der schwierigste Teil der gesamten Radtour. Ab Liberec führt der Radweg weiter an der Neiße vorbei. Du siehst hier in den Ortschaften die für die Region typischen Umgebindehäuser. Ab Chrastava wird die Landschaft anschließend deutlich flacher.

Sehenswert sind die Neiße-Quelle und die Glas- und Bijouterie-Manufakturen in Gablonz. Viel zu bieten hat Reichenberg aka Liberec als größte Stadt der Region Nordböhmen. Ein weiteres Highlight sind die Ruinen der Burg Hammerstein mit der nahe gelegenen Schwebefähre über die Neiße. Zum Abschluss der Teilstrecke wartet der Übergang der deutsch-polnischen Grenze in Zittau.

Etappe 2: Zittau nach Görlitz

  • Orte: Zittau – Hirschfelde – Kloster St. Marienthal – Ostritz – Berzdorfer See – Görlitz
  • Länge: 40 Kilometer
  • Fahrtzeit: drei Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: mittel

Der zweite Abschnitt der Radtour auf dem Oder-Neiße-Radweg beginnt in Zittau. Die Streckenführung fordert keine größeren Anstrengungen. Stattdessen rollst du mit dem Rad gemütlich über ausgebaute Wege. Die Neiße ist ein ständiger Begleiter. Die Route führt durch malerische Ortschaften, ein Kloster und vorbei am größten See der Region. Tagesziel ist die Europastadt Görlitz an der Grenze zu Polen.

Abseits des Radweges lohnt sich in der Region zwischen Zittau und Görlitz der Besuch von mehreren Sehenswürdigkeiten. Mit der Zittauer Schmalspurbahn ist eine Fahrt bis in den Kurort Oybin möglich. Der Berzdorfer See lädt im Sommer zum Baden ein. Ist das Tagesziel in Görlitz erreicht, empfehlen wir einen Rundgang durch die historische Altstadt.

Etappe 3: Görlitz nach Bad Muskau

  • Orte: Görlitz – Zodel – Rothenburg – Krauschwitz – Bad Muskau
  • Länge: 68 Kilometer
  • Fahrtzeit: fünf Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: mittel

Auf dem dritten Abschnitt der Radtour verläuft die Route in unmittelbarer Nähe der Neiße entlang der polnischen Grenze. Die Strecke ist überwiegend asphaltiert. Zum Ende dieser Etappe teilt sich der Oder-Neiße-Radweg ab Steinbach bis nach Bad Muskau den Kurs mit dem Frosch-Radweg. Der 260 Kilometer lange Rundkurs führt durch die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft.

Auch diese Tagestour wartet mit interessanten Orten auf. In Zodel steht die östlichste Kirche von Deutschland. Die Kulturinsel Einsiedel lädt in “Die geheime Welt von Turisede” ein. Sehenswert ist die UNESCO-Welterbestätte mit dem Fürst-Pückler-Park von Fürst Hermann von Pückler-Muskau.

Etappe 4: Bad Muskau bis Guben

  • Orte: Bad Muskau – Forst – Grießen – Guben
  • Länge: 64 Kilometer
  • Fahrtzeit: vier bis fünf Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: mittel

Kurz nach dem Start der Tagesetappe in Bad Muskau überfährst du die Grenze von Sachsen nach Brandenburg. Am Streckenrand liegen der Braunkohletagebau Jänschwalde. Die Neiße und die deutsch-polnische Grenze verlaufen in der Nähe zu den befahrenen asphaltieren Wegen. In Forst besteht die Möglichkeit, den Fürst-Pückler-Radweg zu erkunden. Der etwa 500 Kilometer lange Rundkurs führt durch den Süden von Brandenburg und den Norden von Sachsen. Das Ziel des vierten Abschnitts ist Guben.

Sehenswürdigkeiten entlang der Route sind das Brandenburgische Textilmuseum, der Ostdeutsche Rosengarten und das Archiv verschwundener Orte in Forst. Empfehlenswert für eine Besichtigung sind auch die Wehrkirche aus dem 15. Jahrhundert in Grießen sowie die Zwillingsstadt Guben-Gubin.

Etappe 5: Guben nach Frankfurt (Oder)

  • Orte: Guben – Neuzelle – Eisenhüttenstadt – Aurith – Brieskow-Finkenheerd – Frankfurt (Oder)
  • Länge: 64 Kilometer
  • Fahrtzeit: vier bis fünf Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: mittel

Der fünfte Abschnitt auf dem Oder-Neiße-Radweg folgt zunächst der Neiße und später der Oder. Die Strecke umfasst ausgebaute Radwege durch beschauliche Dörfer und Kleinstädte. Tagesziel ist die Großstadt Frankfurt (Oder).

Der markanteste Ortspunkt dieser Etappe ist der Zusammenfluss von Neiße und Oder bei Ratzdorf. Auch die Klosteranlage in Neuzelle ist sehenswert. Auf der Route bietet die erste sozialistische Planstadt der DDR – Eisenhüttenstadt – wahrhaftige Architekturgeschichte. Kurz vor Frankfurt an der Oder liegt der Helenesee, der im Sommer zum Baden einlädt. Zum Abschluss des Tages ist ein Stadtrundgang durch die Universitätsstadt Frankfurt (Oder) möglich.

Etappe 6: Frankfurt (Oder) nach Küstrin-Kietz

  • Orte: Frankfurt (Oder) – Lebus – Reitwein – Küstrin-Kietz
  • Länge: 34 Kilometer
  • Fahrtzeit: zwei bis drei Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: mittel

Die sechste Etappe führt durch die Landschaften des Oderbruchs. Hier sind einige kleine Steigungen zu überwinden. Allgemein sind die Streckenabschnitte zu großen Teilen ausgebaut und schlängeln sich am Verlauf der Oder entlang. Küstrin-Kietz heißt das Tagesziel. Entdeckt werden können auf diesem Teilstück die Aussicht am Bergrücken in Lebus, der Oderbruch und das Lebuser Land. Am Etappenziel sind Überbleibsel der früheren Festungsstadt Küstrin eine Sehenswürdigkeit.

Etappe 7: Küstrin-Kietz nach Hohenwutzen

  • Orte: Küstrin-Kietz – Groß Neuendorf – Zollbrücke – Hohenwutzen
  • Länge: 51 Kilometer
  • Fahrtzeit: drei bis vier Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: mittel

Auf der siebenden Etappe durchquerst du auf dem Rad die Oderlandschaft mit idyllischen Dörfern. Hohenwutzen lautet das Ziel. Dort existiert eine Anbindung an den Oder-Havel-Radweg. Er verbindet auf 60 Kilometern die Oder mit der Havel. Der Hafen in Groß Neuendorf und das Moorheilbad Bad Freienwalde bieten sich für eine Pause an. In Hohenwutzen besteht zudem die Möglichkeit, die Oder zu überqueren.

Etappe 8: Hohenwutzen nach Schwedt/Oder

  • Orte: Hohenwutzen – Stolpe/Oder – Criewen – Schwedt/Oder
  • Länge: 35 Kilometer
  • Fahrtzeit: zwei bis drei Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: mittel

Der neunte Streckenabschnitt des Oder-Neiße-Radwegs führt nach Schwedt an der Oder. Den Oderbruch lassen Radfahrer nun hinter sich und steuern die Uckermark an. Die Strecke besticht durch ihre Flusslandschaft im deutsch-polnischen Grenzgebiet. Hier finden sich einzigartige Pflanzen und Tiere im Nationalpark Unteres Odertal. Wer Zeit mitbringt, sollte den Nationalpark auf jeden Fall genauer erkunden. Zu sehen sind auf dieser Etappe die Ruine der Burg Stolpe, der bereits genannte Naturpark, das barocke Schloss Criewen und die Stadt Schwedt/Oder.

Etappe 9: Schwedt/Oder nach Penkun

  • Orte: Schwedt/Oder – Gartz/Oder – Penkun
  • Länge: 48 Kilometer
  • Fahrtzeit: drei Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: mittel

Die Radreise setzt sich auf der neunten Etappe auf den letzten Kilometern nahe der Oder fort. Danach führt die Strecke schon in Richtung Mecklenburg-Vorpommern. Die gut zu befahrende Route bietet in Gartz eine historische Stadtmauer, alte Wehrtürme und die St. Stephanskirche. Auch das Schloss und die Seenlandschaft in Penkun gehören zu den Highlights auf diesem Abschnitt des Oder-Neiße-Radwegs.

Etappe 10: Penkun nach Blankensee

  • Orte: Penkun – Ramin – Löcknitz – Blankensee
  • Länge: 38 Kilometer
  • Fahrtzeit: zwei bis drei Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: mittel

Im Vergleich zu vorangegangenen Etappen verläuft die Strecke nun vorwiegend an landwirtschaftlichen Nutzflächen vorbei. Auch viele kleine und größere Seen säumen nun den Radweg. Über wenig befahrene kleine Straßen rollst du dem Ziel in Blankensee entgegen. Ein besonderer Ort ist die Burg in Löcknitz.

Etappe 11: Blankensee nach Ueckermünde

  • Orte: Blankensee – Hintersee – Rieth – Ueckermünde
  • Länge: 45 Kilometer
  • Fahrtzeit: drei Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: mittel

Auf der vorletzten Etappe der Radreise durchquerst du den Naturpark Stettiner Haff und die Ueckermünder Heide. Vorbei am Neuwarper See erreichst du das Seebad Ueckermünde. Hinter Rieth befindet sich am Neuwarper See ein Aussichtsturm mit Blick auf das Stettiner Haff und die gegenüber liegende Insel Usedom.

Etappe 12: Ueckermünde nach Ahlbeck

  • Orte: Ueckermünde – Grambin – Mönkebude – Leopoldshagen – Anklam – Libnow – Ahlbeck
  • Länge: 82 Kilometer
  • Fahrtzeit: sechs Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: mittel

Das letzte Teilstück auf dem Oder-Neiße-Radweg ist zugleich auch der längste Abschnitt mit über 80 Kilometern. In der Nähe des Stettiner Haffs führt die Route von Ueckermünde über Anklam bis nach Ahlbeck. Das Seebad auf Usedom ist nicht nur das letzte Tagesziel. Im Seebad Ahlbeck an der Ostsee endet der Oder-Neiße-Radweg. Trotz der Länge lässt sich diese Etappe gut fahren. In der hügeligen Landschaften überschaust du an vielen Orten das Stettiner Haff und Usedom als Insel. Hier erwarten dich zum Abschluss der Radreise noch interessante Orte wie der Ferienort Grambin, die Hansestadt Anklam und das Seebad Ahlbeck.

Oder-Neiße-Radweg durchgehend ausgeschildert

Der Oder-Neiße-Radweg ist eine Entdeckungsreise durch viele unterschiedliche Landschaften. Er führt wie der Spreeradweg auf den ersten Etappen durch die Lausitz. Auf der D-Route 12 locken historische Bauwerke, geschichtsträchtige Dörfer und Städte sowie malerische Natur. Der Radweg ist sowohl mit Tourenrad, Mountainbike oder dem E-Bike angenehm zu befahren.

Über den gesamten Verlauf nahe des deutsch-polnischen Grenzgebietes ist der Radfernweg zu großen Teilen ausgebaut und durch Hinweistafeln markiert und ausgeschildert. Usedom ist zudem das ideale Ziel, um im Anschluss an die Radreise entspannte und erholsame Tage an der Ostsee zu verbringen. Die einzelnen Abschnitte sind teilweise auch für eine Radtour mit Kindern geeignet.

Ein weiterer Radweg, der in Tschechien beginnt, ist der Elberadweg. Er führt ebenfalls quer durch Deutschland und endet im Norden an der Nordsee.

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