Ein Nabendynamo ist neben batteriebetriebenen LED-Lampen eine der beliebtesten Varianten, die Fahrradbeleuchtung mit Strom zu versorgen. Wir erklären dir, wie der Nabendynamo funktioniert und welche Vorteile er bietet.

Was ist ein Nabendynamo?

Der Nabendynamo ist ein Fahrraddynamo und gehört bei neuen Fahrrädern meist zur Standardausrüstung. Er befindet sich im vorderen Laufrad und ersetzt dort die Nabe des Vorderrades. Nabendynamos gelten als zuverlässig. Aufgrund der gut gedichteten Bauweise lohnt es sich, auch bei älteren Fahrrädern diesen Dynamo-Typ nachzurüsten.

Erfunden wurde die Fahrraddynamo-Variante in den USA. Dort erhielt Alois Sanladerer 1913 ein Patent für einen Nabendynamo. Etwa 20 Jahre später begann in England die industrielle Produktion von Nabendynamos, die jedoch 1984 zu Ende ging. In den 1990er Jahren wurden die speziellen Fahrraddynamos weiterentwickelt und gehören inzwischen vorwiegend bei Trekkingrädern und City-Bikes zum Standard. Die andere Dynamo-Variante, der Seitenläuferdynamo, wird dagegen bei neuen Rädern kaum noch verbaut.

So funktioniert ein Nabendynamo

Ein Dynamo am Fahrrad erzeugt Strom und versorgt die Fahrradbeleuchtung mit Elektrizität. Die Fahrradbeleuchtung ist maßgeblich, dass du im Straßenverkehr gesehen wirst und sicher unterwegs bist. Nabendynamos sind am Fahrrad in der Nabe des Vorderrades zu finden. Der Begriff ist etwas irreführend, weil der Dynamo nicht an einer gewöhnlichen Nabe integriert oder befestigt wird. Vielmehr ersetzt er die komplette Nabe am Laufrad vorn.

Ein Nabendynamo funktioniert wie ein Wechselstromgenerator. Durch die Drehbewegung des Fahrrads wandelt sich die mechanische Leistung in elektrischen Strom um. Innerhalb der Nabe sorgt ein elektrisches Magnetfeld dafür, dass Strom erzeugt wird. Anders als bei einem Seitenläuferdynamo oder einer mit Akku betriebenen LED-Beleuchtung lässt sich ein Nabendynamo nicht abschalten. Stattdessen läuft er mit dem Laufrad mit. Dadurch entsteht ein Leerlaufverlust, also ein Wirkungsgrad von null Prozent. Um das Licht einzuschalten, musst du lediglich einen Schalter am Vorder- oder Rücklicht betätigen. Wenn du dein Rad nur schiebst, wird ebenfalls Licht erzeugt.

Die Funktionalität von Nabendynamos ist im Alltag sehr hoch, weil sie unabhängig vom Wetter und äußeren Umständen laufen. Im Vergleich zu Seitenläuferdynamos verfügen sie über einen sehr hohen Wirkungsgrad. Allerdings ist für den Wechsel eines Nabendynamos ein Besuch in einer Werkstatt für Fahrräder nötig, denn er kann bei einem Defekt nur mit passendem Werkzeug getauscht werden. Dieser Nachteil ist aber insofern nicht maßgebend, da Nabendynamos weitgehend wartungsfrei sind.

Stärken und Schwächen

Durch die spezielle Bauweise und die Integration in der Vorderradnabe ergeben sich eine Reihe von Vor- und Nachteilen. Diese lassen sich gegenüber anderen Stromquellen für die Fahrradbeleuchtung, dem Seitenläuferdynamo und LED-Fahrradlicht abgrenzen.

Vorteile eines Nabendynamos

  • unabhängig von schlechter Witterung, Nässe und Schmutz
  • gleichmäßiger Wirkungsgrad (höher als beim Seitenläuferdynamo)
  • kaum Verschleiß und wartungsarm
  • leiser Betrieb
  • Einbau von sensorischen Lichtern möglich (automatisches Einschalten bei Dämmerung)

Nachteile eines Nabendynamos

  • höheres Gewicht am Vorderrad
  • teurer als alternative Stromquellen
  • stärkerer Laufwiderstand als bei Radnaben ohne Dynamo
  • Einbau und Anschluss eines Nabendynamos

Ein Fahrraddynamo in der Nabe ist bei den meisten Rädern mit herkömmlichem Fahrradwerkzeug und ohne Fachwissen einzubauen oder auszutauschen. Es existieren zwei Optionen: Du wechselst entweder das gesamte Laufrad oder tauschst nur die Nabe aus. Die erste Variante ist leicht umzusetzen. Achte jedoch darauf, ein Laufrad in der richtigen Größe zu verwenden.

Wenn du nur die Nabe austauschen möchtest, benötigst du mehr Geschick. Dabei ist es notwendig, die Speichen zu ersetzen. Der Anschluss des Nabendynamos erfolgt mit einem Doppelkabel, das vom Dynamo bis zur Frontlampe geführt wird. Das Rücklicht wird direkt am Scheinwerfer angeschlossen. Achte hier besonders darauf, die Pole passend miteinander zu verbinden. Prinzipiell ist jedes Fahrradlicht mit dem Nabendynamo kompatibel. Weil dieser Fahrraddynamo beim Fahren immer Strom erzeugt, empfehlen wir einen Schalter zum Ein- und Ausschalten an den Scheinwerfern.

Nabendynamo kaufen: Tipps für die richtige Auswahl

Vor dem Kauf lohnt es sich, neben dem Wirkungsgrad auch andere Leistungsdaten zu vergleichen. Dazu zählen Leerlaufverlust, Energieverlust und elektrische Leistung. Der Wirkungsgrad beschreibt das Verhältnis der Umwandlung von mechanischer Leistung zu elektrischem Strom. Gute Modelle verfügen über einen Wirkungsgrad zwischen 45 Prozent und 60 Prozent.

Der Leerlaufverlust zeigt den Verlust der Energie bei ausgeschaltetem Licht an. Die damit verbundene Laufleistung verringert sich dabei etwa um einen Wert, der zwischen 0,1 Prozent und 1,7 Prozent liegt. Das heißt, umgerechnet bist du auf einer Strecke von 100 Kilometern etwa 20 Sekunden bis zu drei Minuten langsamer. Ein ähnliches Ergebnis ergibt sich aus dem Energieverlust, der bei eingeschaltetem Licht entsteht. Damit fährst du etwa zwischen 1,5 Prozent und 2,7 Prozent langsamer. Dies entspricht einem Zeitverlust von drei bis sechs Minuten auf 100 Kilometer.

Die elektrische Leistung resultiert aus der Wattzahl, die von den Scheinwerfern genutzt wird. Bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h liegt die Leistung bei drei bis vier Watt. Darüber hinaus zahlt es sich aus, das Gewicht des Nabendynamos zu überprüfen. Leichte Modelle wiegen etwa 400 Gramm, während schwere Nabendynamos bis zu 1.400 Gramm wiegen. Insbesondere bei Rennrädern hat dieser Unterschied eine enorme Bedeutung.

Hersteller von Nabendynamos

Wie bei anderen Komponenten für Fahrräder ist auch in diesem Bereich der japanischen Hersteller Shimano Marktführer. Shimano bietet seinen Kunden ein breites Preissegment. Günstige Modelle sind ab 50 Euro erhältlich. Bei einer Kaufentscheidung lohnt es sich, die Modelle von Sturmey Archer zu berücksichtigen. Auch Shutter Precision ist auf Nabendynamos spezialisiert und hat sich insbesondere durch die Modelle PD-8 und PV-8 einen Namen gemacht. Preislich gibt es nach oben keine Grenzen. Einige Modelle kosten über 1.000 Euro.

Einsteigermodelle und Nabendynamo mit USB-Anschluss

Die Vorteile des Nabendynamos gegenüber einem Seitenläuferdynamo sind groß, insbesondere hinsichtlich Lebensdauer und Effizienz. Einsteigermodelle erhältst du für erschwingliche Preise. Sie unterschieden sich preislich kaum noch von anderen Dynamo-Varianten. Das vielfältige Angebot hält für fast alle Präferenzen und jeden Fahrradtypen ein passendes Modell bereit. Es gibt sogar Varianten mit einem USB-Anschluss, bei denen du dein Mobiltelefon oder Navigationsgerät laden kannst. Das funktioniert, weil der Dynamo den Strom erzeugt, während du keine Beleuchtung benötigst.

Foto: Ralf Geithe – stock.adobe.com

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